Sonntag, 26.10.2025

1.Etappe. Loccum – Rastplatz vor Pollhagen. 12 Km

Wir schlafen lange, denn der Wetterbericht hat nichts Gutes angekündigt: Regen mindestens bis Mittag und stürmisch den ganzen Tag…außerdem ist heute Nacht die Zeitumstellung. Nach dem späten Frühstück fahre ich das Auto nach Pollhagen und radle zurück. Um 12.00 Uhr starten wir zur ersten Etappe: nun aber schnell, wir sind um 15.00 Uhr zur Klosterführung angemeldet. Die macht heute Elfriede Tiedemann, bei der, und ihrem Mann Karl, wir übernachten dürfen, wenn wir in der Brauke arbeiten. Die Brauke ist unsere zweite Baumschule, keine 20 Km von hier, aber von Zuhause 150 Km. Im Torbogen gibt’s den ersten Pilgerstempel in den Pass!

Zum Glück merke ich noch, dass ich den Autoschlüssel vergessen habe….Christa holt ihn…

Noch regnet es, hört aber nach ein paar Minuten auf und bleibt bis zur Rückfahrt trocken! Wir verlassen das Klostergelände

und erreichen den offiziellen Beginn des Pilgerwegs, einen Halbkreis auf 3 Säulen. Die andere Hälfte auf 4 Säulen steht in Volkenroda, etwa 300 Kilometer entfernt…

Ein feuchter, wunderschöner Herbstwald empfängt uns. Wir sind glücklich!

Die digitale Navigation mit Waymarked Trails funktioniert nicht- da müssen wir genau auf die Ausschilderung achten- funktioniert auch nicht- und schon haben wir uns verlaufen! Passt gar nicht, wenn man es eilig hat….

Im Wald ist es einfach nur schön, auch wenn ich in der Ferne einen Baum umstürzen höre…., aber wir müssen auch auf einer Straße dem Wind trotzen. Christa hat schon gesammelte Schätze dabei, auch einen Grummelbär-Stern.

In dieser Gegend hat Wilhelm Busch gelebt und gearbeitet:

Wir beeilen uns, schaffen es aber nicht mehr rechtzeitig zur Führung, viel haben wir noch nicht verpasst. Elfriede macht das toll, mit vielen Geschichten und Anja, unsere Freundin und Mitarbeiterin, die Archäologin ist, kann auch noch einiges beitragen. Außerdem ist in der Gruppe ein Mann, der seine Familiengeschichte wohl bis zum zweiten Abt des Klosters (die durften damals heiraten) zurück führen kann……also 1200und – das finde ich schon krass!

Christa geht dann noch in einen Taize-Gottesdienst – ich bin zu erschöpft und kalt und gehe lieber ins Bett… Der Gottesdienst ist mit großem, mehrstimmig singendem Chor, singend durch das Kloster ziehen und vielen Kerzen – so was Schönes hab‘ ich befürchtet zu verpassen…na ja, immerhin hat sich meine Erkältung nicht verschlimmert!