Autor: admin

  • Donnerstag. 18.06.2026

    Courseulles-sur-mer. – Asnelles. 14 Km

    Am Hafen ist ein kleiner Markt mit Meeresfrüchten aufgebaut- vielleicht ist das ja alles hier angelandet… Jedenfalls sind Möwen gar nicht ängstlich, die Verkäufer müssen ihre Auslagen richtig bewachen! Wahrscheinlich entsorgen die Möwen aber zu beider Vorteil die Abfälle.

    Und wieder sind überall Schneckenmassen!.

    Richtung Meer ist es wie fast immer wunderschön.

    Für eine Weile ist die Streckenführung direkt am Strand und hier gibt es so schöne Muscheln!

    Danach läuft der Pad wieder durch Magerrasen, aber markiert!

    Was für’s Gärtnerher

  • Mittwoch. 17.06.2026

    Ouistrham – Courseulles-sur-mer. 17 Km

    Es wird eine ruhige und erholsame Nacht in unserem „WoMo“, aber für die nächsten Tage wich mir eine Unterkunft mit Bad suchen…. Bayeux wird mein „Basislager“, hierher wollte ich unbedingt, mir den Wandteppich ansehen, auf dem die Eroberung Englands durch den Normannenfürst William the Conqueror dargestellt ist. Ihr erinnert euch: 1066….!? Der Teppich ist dann auch bald hergestellt worden und weltberühmt! Ein Hotel habe ich schnell gefunden und will nun in die Stadt- die nette Frau an der Rezeption gibt mir einen Stadtplan und erklärt, dass der Teppich für ein Jahr in London ist, da das Museum renoviert wird…

    ….ich schaue mir Stadt und Kathedrale an

    Besonders gut gefallen mir die normannischen Reiter in einem Kreisverkehr!

    Nun kann ich mein Zimmer beziehen und mich dann auf den Weg nach Ouistreham machen, den heutigen Startpunkt. Dort unterhalte ich mich mit der Polizei über die Flüchtlinge und deren Camp. Die Gendarmen erzählen, dass zur Zeit nur etwa 7 Flüchtlinge dort sind und auf eine illegale Passage nach Britannien hoffen- vergeblich,wie die Polizei meint, hier sei alles gut gesichert. Auf meine Frage, warum man hier so viel freundlicher als bei Dünkirchen mit den Flüchtlingen umzugehen scheint, meint einer der Polizisten: Wir sind Normannen…..

    So,wie Bayeux den Teppich lebt, so leben die Orte entlang der Landungsstrände der Alliierten dieses Ereignis als sei es erst vor ein paar Jahren und nicht vor 82 Jahren gewesen- na ja, die Eroberung Englands ist nun auch bald 1000 Jahre her….. Die D-day Fotos fasse ich am Ende des Reiseberichts zusammen, da hier manchmal alle paar Meter Gedenktafeln, Plakate, Museen, Andenkenläden, Denkmäler und und und den Weg säumen.

    Heute ist die Streckenführung eigentlich immer strandnah und meist durch Badeorte ….

    Strandseglerschule…

    In den Hecken, oft Liguster oder Ölweide, sind gar nicht so selten Rosen gepflanzt- das ist mir bei den bisherigen Wanderungen, ausserhalb der Rosenblüte, gar nicht aufgefallen…

    Auch diese mir unbekannten Schönheiten treffe ich immer wieder…

    Ausserdem Spornblumen, in Anpflanzungen und auch über wild. Unglaublich, wie vielseitig die sind…

    Am Strand sitzen in der Abendstimmung Gruppen auf Mauern, einfach im Sand oder auf Decken, mit Tischen und Stühlen, mit Tischdecken oder ohne und scheinen das Leben zu feiern…… Ein schöner Anblick!

    Ein üppiges Wachsen und Blühen..

    Ein letzter Blick auf die Fähre nach/oder von Britannien- so lange Licht an einem der längsten Tage⁸ des Jahres!

  • Dienstag. 16.06.2026

    Sallenelles – Ouistreham. 11 Km

    Gegen 18.00 Uhr erreiche ich den Endpunkt vom Januar und habe das dringende Bedürfnis mich nach den langen Autofahrten endlich wieder zu bewegen….

    Was zuerst auffällt sind die Orchideen am Wegrand

    Als ich die Orne- Brücke erreiche, bin ich endgültig im Landungsgebiet der Alliierten 1944 angekommen…..

    Das Meer möchte ich gerne erreichen, aber die Strecke an der Orne entlang zieht sich…

    Am Ortsrand von Ouistrham entdecke ich wieder so ein Camp von Flüchtlingen, die nach England wollen. Es ist längst nicht so trostlos wie das Lager bei Dünkirchen, das ich im vorletzten Winter gesehen habe: Die Hütten sind aus Paletten gebaut und mit stabilen Planen bespannt; auch geht nicht alles im Müll unter…. Flüchtlinge sind nicht zu sehen.

    Ein Stück weiter, wo die Autostrasse beginnt, sind die Refugees, spielen Ball und hören Musik, es gibt einen gekennzeichneten Platz zum Paletten abstellen und mobile Toiletten. Wirklich anders, viel besser- ist natürlich auch warmer Sommer…. Ich freue an den Anpflanzungen

    besonders an den vielen im Freiland wachsenden Agapantus!

    Den Strand erreiche ich noch, aber dass Meer ist gerade weit weg…..

    Auf der Rückfahrt zum Auto stürze ich heftig – zum Glück ist nichts ernsthaftes passiert!

  • Montag. 15.06.2026

    Der zweite Reisetag rollt entspannt in den Morgen und Vormittag- dann mache ich mich mit von Petschkes Solaranlage geladenem Akku auf den Weg: erst noch Barfuß- Schuhe einkaufen und einen Überraschungsbesuch bei Susanne Weirich versuchen- sie ist tatsächlich zu Hause und wir haben 1Std. Zeit.

    Gegen 13.00 Uhr geht die Fahrt dann richtig los und ich komme bis Reims. Bei Google hab‘ ich mir ein Hotel ausgeguckt – aber ein paar 100 Meter davor liegt das ‚Golden Tulip‘ am Weg- hier haben Christa und ich auf der Rückreise schon mal übernachtet…..

    Also Planänderung und ganz nostalgisch dort einchecken….

  • E9 Frankreich Sommer 2026

    Sonntag. 14.06.2026

    Mein Reisetermin war geplant, aber dass Claudi und Henny zusammen auf einer Planertagung in Hamburg sein würden und hinterher zu uns kommen wollen, war neu……Wie schön, dass Claudi so mit mir zusammen mit dem Auto erst in die Etretat- Ausstellung im Städl – Museum nach Frankfurt fährt und ich dann in Deidesheim bei ihnen übernachten kann….. Aber der Reihe nach: von der Ausstellung hatte Jonathan im Winter in einer Alnatura- Zeitschrift gelesen und mir diese geschenkt. Den Artikel hab‘ ich gelesen und wusste sofort, dass ich die sehen möchte, am besten auf der nächsten Fahrt in die Normandie….. Es geht um Maler und Fotografen, die vom 18ten Jahrhundert an Etretat für sich entdeckten und dort gearbeitet haben.

    Wir haben es rechtzeitig geschafft, eine Stunde vor Schließung!

    Ich habe mir den Ausstellungskatalog gekauft und auch auf dem Rückweg sind wir wieder über die Mainbrücke gegangen, über die auch der E1 führt – lang ist’s her, über 20 Jahre….

    So viele besondere Bäume stehen am Mainufer- für die muss ich mal einen Frankfurttag planen….

    Bei Petschkes ist die ganze Familie zuhause- das ist schön, alle mal wieder zu sehen!

    und es geht weiter mit der Vorfreude auf die französische Küste: zum Abendessen gibt es bretonischen Cidre! ( Deutschland gewinnt derweil sein WM- Auftaktspiel 7 zu 1 gegen Curacao).

    Laure Cuvier, die mich im Winter am ersten Weihnachtstag bei der Seine- Fähre trotz Familienfeier ins warme Haus geholt hatte, hat geschrieben und möchte im Oktober zu uns kommen. Vom Absender auf dem Brief hab‘ ich erfahren, dass sie in Caen wohnt, 15 Km vom Endpunkt der letzten Wanderung…..wir sind per Signal in Kontakt und heute fragt sie, ob ich schon in Frankreich bin…

    Vive la France!

  • Nachtrag

    In der Normandie regnet es wohl viel. Wir haben das zum Glück noch nicht so doll erlebt, aber es gibt hier überdachte Plätze- besonders aufgefallen sind uns diesmal die Waschplätze: überdachte, eingefasst Wasserbecken zum Wäsche waschen mit Zu- und Ablauf. Meist in oder an Ortschaften, aber auch mitten im Wald ( vielleicht gab’s hier ja mal einen Hof?).

  • Freitag, Sonnabend und Sonntag. 09.-11.01.2026

    Rückreise

    Entspannt putzen wir unser Ferienhaus und fahren dann Richtung Heimat, Richtung Winter… In der Nähe von Paris ist unser erster Übernachtungsstop, der zweite in Papenburg im Arkadenhaus- wir finden beide, dass dies eins der besten Hotels ist, das wir kennen! Viele Kilometer fahren wir am Küstenkanal entlang, jetzt schon durch eine kalte, verschneite Winterlandschaft- unter einem blauen Himmel……. Wir kommen noch ‚bei Licht‘ Zuhause an, dankbar für diesen Urlaub und die Bewahrung unterwegs!

  • Donnerstag. 08.01.2026

    Ein ruhiger Tag, auch mit dem angekündigten Regen. Am späten Nachmittag wollen wir noch ein Stück Normandie kennenlernen: Lisieux, Hauptort der Region Pays de Auge, eine kleine Stadt mit viel Geschichte und vielen Sehenswürdigkeiten. Wir sind für Viel angucken zu spät dran, außerdem regnet es…aber der Regen hört auf, während wir unser Auto an einer Ladestation anschließen. Was wir unbedingt sehen wollen, ist die Basilika, die der heiligen Therese von Lisieux gewidmet ist. Therese, genannt die kleine Therese, in Abgrenzung zur heiligen Teresa von Avila, ist 1897 im Alter von nur Jahren gestorben, 1925 schon heilig gesprochen und 1997 als eine von 3 Frauen in den Kreis der katholischen Kirchenlehrer- und Lehrerinnen erhoben. Ihre Gedanken sind spannend- damit möchte ich mich noch ausführlicher beschäftigen…

  • Mittwoch. 07.01.2026

    Caburg. — Sallenelles. 13,5 Km

    Letzter Wandertag- aber erst einmal ist nix mit Wandern: Die Fahrradkette muss repariert werden🤨. Ich fahre zu ‚unserem‘ Fahrradladen in Deauville, wo auch schon unser Platten so schnell und freundlich repariert wurde… Und ja, der nette Monteur will sich gleich an die Arbeit machen- dauernd aber ein bisschen und so habe ich Zeit, in der City von Deauville nach einer neuen Landkarte zu suchen- bis jetzt hat das noch nicht geklappt, seit ein paar Jahren ständiges Begleitthema….. Das Zentrum von Deauville haben wir noch nicht gesehen, weil wir auf der Promenade unterwegs waren. Schön ist es hier

    und immer wieder so besondere (Naturstein-) Pflasterungen!

    Auch die Winterdeko ist noch da

    Eine lebendige kleine Stadt, auch im Winter. Viele Geschäfte, nette Buchhändler ohne meine Landkarte und….na ja…

    Aber das Fahrrad ist repariert und so kann ich irgendwann auch vor unserem Café von Gestern starten.

    Flut und ordentlich Wellen heute….

    Der Weg führt lange über den Strand- schön, um mich für dieses Mal vom Meer zu verabschieden…..

    Ach, wie gut das mit dem neuen Rad geht!

    Hier sind so viele und verschiedene Muscheln und auch ein paar Vögel- man könnte sich einbilden, dass sich für meine Spur interessieren..

    Landeinwärts führt der Weg, durch einen Ort und dann durch feuchte Felder und Wiesen, zum Teil wieder mit diesen typischen kleinen Teichen und höhlenartigen Unverständnis für Jäger. Das scheint hier fast so ein Volkssport zu sein.

    Hinter Merville-Franceville-Plage führt der E9 im Abendlicht auf einem perfekten Radweg durch eine Dünenlandschaft, die mich sehr an die Hollandwanderung vor 2 Jahren erinnert.

    Ein kreativer Zaun, fotografiert für Christa…..wird langsam dunkel….

    Ja, eigentlich wollte ich auf der Pont de Randville über die Orne diese Wanderung beenden…..Schade, wird zu dunkel….ist aber nicht schlimm- dann ist eben hier nächstes Mal der Startpunkt!

    180 Km weiter in diesem Urlaub!

  • Dienstag. 06.01.2026

    Villers-sur-Mer. — Cabourg 9,5 Km

    Was für ein verheißungsvoller Morgen!

    Heute sind wir zu zweit unterwegs. Das Auto und Christa warten lesend in einer kleinen Ortschaft, während ich über die doch zum Teil vereisten Strässchen zum Anfanspunkt radle. Geht alles gut und dann habe ich einen schönen Wanderweg mit Blick aufs Meer….Das ist einer der Vorteile von Winterwandern: die Bäume sind kahl und so hat man viel viel mehr Durch- und Ausblick! Da unser Auto in der Sonne steht, hat Christa auch nichts aufzustehen und dann marschieren wir gemeinsam weiter.

    Wir blicken auf Houlgate, Dives-sur-Mer und Caburg, Badeorte, die durch die Eisenbahn mit Paris verbunden waren. Caburg ist erst im 19ten Jahrhundert fächerförmig geplant und gebaut worden. Vorher war da nur ein kleines Fischerdorf. In fast allen Badeorten gibt es ein Casino und oft sind das die monumentalen Gebäude.

    Der Abstieg nach Houlgate ist mal wieder eine Herausforderung- wg Fahrrad…

    Die Küstenlinie flacht nun ab zu den Landungsstränden der Alliierten. Bis hier sind fast alle Einschnitte in die normannische ‚Hügelküste‘ seit Treport mit touristischer Infrastruktur bebaut. Nur ganz wenige sehr steile Täler oder Flussauen/Sümpfe sind ausgenommen. Der Tiedenhub ist wirklich eindrucksvoll. Manchmal weiß man nicht, ob es sich um einen großen Fluss handelt oder die Flut.

    Blick zurück auf den Höhenzug, auf dem unser Auto wartet…

    Ein geöffnetes Café zu finden ist gar nicht so einfach. Auf der Promenade werden wir im Komplex Grand Hotel/Casino fündig. Nach dem Aufwärmen und Stärken mache ich mich auf den Weg zum Auto – ist ja nicht so weit….In Houlgate, am Fuß der Hügel, reißt die Fahrradkette- jippi… zum Glück kann ich Christa wenigstens Bescheid sagen- ein Lob der modernen Kommunikation! Für mich heißt das jetzt: hochschieben, ohne Schiebehilfe….Christa wartet dann im Dunkeln hinter dem Grandhotel auf mich…

  • Montag. 05.01.2026

    Blonville-sur-Mer. — Villers-sur-Mer. 4,5 Km

    Die Kinder schicken Bilder von dickem Schnee in Norddeutschland…….Wir versuchen mitzuhalten: Pferde im normannischen Tiefschnee

    Es wird nur eine kurze Tour heute. Ich starte erst am späten Nachmittag, da den ganzen Tag Regenwetter angesagt war und sich das Wetter nach der Wettervorhersage gerichtet hat…. Aber nachmittags sollte es doch besser werden. Ich fahre fahre in einer dichten Nebel-Regensuppe los. Nach einigen Kilometern erscheint wie von Wunderhand Richtung Meer wunderbar blauer Himmel! Wie schön!

    Im Abendlicht durchquere ich Villers-sur-Mer, die Küste hinauf. Am Ortsrand ist Schluss für heute, das Licht wird einfach ausgedreht….

  • Sonntag. 04.01.2026

    Trouville/Deauville. — Blonville-sur-Mer. 10,5 Km

    Den Anblick dieser Schönheit haben wir mitgebucht…

    In Trouville ist die Statue de Gustave Flaubert unser Startpunkt.

    Von hier laufen wir zwischen dem Fluss zur Rechten und einem großen Markt zur Linken- Christa sagt: wie der Ise- Markt in Hamburg…

    um dann über eine Brücke nach Deauville hinüber zu gelangen.

    Alte Villen zeugen von der langen Tradition als Seebad.

    Im Sommer wird es hier proppevoll sein.

    Es ist nicht viel geöffnet, aber ein gemütliches Restaurant finden wir und nun kann Christa eine kulinarische Lücke schließen: Muscheln! Bei mir ist es der gerade aktuelle Fisch. Die regionalen Speisen probieren gehört für uns dazu und ist, wie auch heute, meist lecker. Allerdings sind Christa und ich uns auch einig, dass nie wieder Muscheln, also Miesmuscheln, essen zu können, kein Unglück wäre…

    Als wir die Reiter am weiten Strand sehen, müssen wir an unsere Schwiegertochter Vanessa denken, die sowas mit ihrer Schwester in St.Peter-Ording macht. Ja, und heute denkt man nicht nur, sondern schickt natürlich auch ein Foto……

    Wir haben noch ein Stück Weg vor uns.

    Das Auto steht im nächsten Ort und der Weg führt über einen Berg dorthin. Hier ist alles voller deutscher Bunker aus dem 2ten Weltkrieg, ein Teil des ‚Atlantikwall‘. Und hier beginnt auch bald der Küstenabschnitt, an dem die Alliierten 1944 gelandet sind.

    Die Ausblicke lohnen den Aufstieg und wir erreichen unser Auto noch bevor es völlig dunkel ist.

  • Sonnabend 03.01.2026

    Capelle-Notre-Dame-de-Grace — Trouville/Deauville. 22Km

    Es ist schönes Wetter, darum mache ich nochmal ein Foto am Anfangspunkt, rüber über die Seinemündung mit den Hafenanlagen von Le Havre.

    Wieder komme ich an diesen beeindruckenden großen Grundstücken mit Schlösschen und Herrenhäusern und alten, großen Bäumen vorbei.

    In einem wächst der größte Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) den ich je gesehen habe. Mein alter Chef, Werner Brockmann, hatte sich in seinen letzten Lebensjahren mit der Vermehrung bei uns winterharter Exemplare befasst. Ich muss mal gucken, ob davon noch was am Leben ist…..Küstenmammutbäume sind die größten Bäumen auf unserem Planeten: sie können an der amerikanischen Westküste über 110 Meter hoch und über 2000 Jahre alt werden…

    Ein langer Waldabschnitt beeindruckt durch ein Unterholz fast nur aus Rhododendron.

    Ein Stück wieder am Meer entlang- das Rauschen ist einfach schön!

    Blüten, immernoch oder schon wieder…

    Die Doppelstadt Trouville und Deauville, nur getrennt durch den Fluss Touques, ist das Tagesziel.

    Runter in die Stadt gilt’s mal wieder eine Herausforderung zumeistern:

    Viele Gassen, kleine Geschäfte, Restaurants, ein großes Casino, auch kleine Attraktionen für jüngere Kinder wie Pony reiten, Kart fahren und mehr; und das im Januar! Hier ist viel los, viele Menschen- ob das sich nach dem Wochenende ändert? Für mich gibt’s an einem Stand einen leckeren Crep.

    Blick über den Fluss nach Deauville.

    Radtour zum Auto unterm Vollmond.

  • Freitag 02.01.2026

    Umzugstag

    Wir verlassen Madame, nachdem wir beim letzten Frühstück erfahren haben, dass wir erstmal, vielleicht auch endgültig ihre letzten Gäste sind. Sie ist 88 und hat nächste Woche eine Herz-OP…….mal sehen, wie es dann mit ihr, ihren ganzen Antiquitäten und Schnickschnack

    und nach Jahrzehnten mit der Vermietung weitergeht…….

    Wir wünschen ihr nur Gutes, und besichtigen noch die alte Apfelpresse für die Cidre-Herstellung, die der Familie gehört, in die Madame vor etwa 50 Jahren eingeheiratet hat….

    Jetzt fahren wir zu unserer neuen Unterkunft. Wichtigstes Kriterium war: kein Bed&Breakfast! Wir wollen so lange schlafen wie wir wollen und frühstücken was WIR wollen…..so lecker Croissants und Baguettes auch sind… und das Quartier sollte für den Rest des Urlaubs auch günstig gelegen sein- wir wollen nicht mehr umziehen. Das Ergebnis der Recherche:

    Ein schönes großes Haus mit 10 Schlafplätzen, 4 Bädern, einer großen Küche, Esstisch und Stube….schön warm, für 100 €. Es gehört zu einem Reiterhof und die Besitzerin (Patron) ist total unkompliziert. Sie spricht zwar nur französisch, aber wir verständigen uns: das Geld sollen wir dem älteren Herrn geben, der mehrmals am Tag die Pferde versorgt (ich erwische ihn oben in der Halle beim Heuballen runteschmeissen ; und da er sich beim Gehen schwer tut, klemme ich das Geld an einer Schiebkarre fest) und wenn wir abreisen, sollen wir das Haus so sauber hinterlassen, wie wir es vorgefunden haben….. so schön entspannt!

  • Donnerstag 01.01.2026

    Honfleur — Chapelle Notre- Dame-de- Grace. 6 Km

    Auch wenn es heute ziemlich trübe ist, möchte ich ein bisschen weiterkommen- also suche ich mir in der EnBW-App einen Ladepunkt in der Altstadt….die Anfahrt ist abenteuerlich mit Einbahnstraßen und engsten Gassen. Den Ladepunkt finden ist nicht Arbeit und dann wieder diese blöde Situation: Die Parkplätze ’sauf elektrovehicles‘, also nur für Elektrofahrzeuge, scheint hier nicht so grosse Bedeutung zu haben; da stehen e-Autos, die überhaupt nicht angeschlossen sind oder auch einfach Benziner……Gibt’s hier andere Gesetze oder einfach eine Entspanntheit die mir dann nicht gefällt?! Ich quetsche mich daneben auf einen Teil des Behindertenparkplatzes. Der ist zwar noch gut benutzbar- ist aber trotzdem ein ungutes Gefühl 🤔

    In der Hauptsaison möchte man hier nicht sein- selbst an so einem ungemütlichen Tag wie heute schlendern zahlreiche Menschen durch die historischen Winkel: bewundern die Sainte Catherine Kirche mit freistehendem Glockenturm, erbaut im 15ten Jahrhundert von Schiffszimmerleuten, mit ganz viel Holz,

    Und erkunden die historischen Gassen, in denen viel auf Kunst gesetzt wird.

    In Honfleur ist der Maler Eugene Boudin geboren und hierher hat viele Künstler geholt, so dass auf einem Anwesen eine Künstlerkolonie entstand, die eine Geburtsstätte des Impressionismus wurde (natürlich war auch Monet hier😉). Boudin hat in Honfleur ein eigenes Museum. Das ehemalige Künstler-Anwesen, an dem der E9 direkt vorbeiführt, ist jetzt eine Hotelanlage, so edel mittelalterlich renoviert, dass ich beim Vorbeigehen dachte: hier würde bei einem Aufenthalt mein Konto schmelzen, wie Schnee in der Sonne….

    Neujahrsempfang der Flora:

    Mein Weg führt mich in die ‚City‘, wo am historischen Hafen ein Weihnachtsmarkt aufgebaut ist.

    Ausserhalb der Stadt begleitet mich die Seine, die nun in den Ärmelkanal mündet.

    Zum ersten Mal in diesem Urlaub stehe ich wieder am offenen Meer!

    Der E9 verlässt den Strand bald wieder und steigt hoch in die Hügel, vorbei an dem oben erwähnten Hotel und anderen einfachen Behausungen …

    Das ging ganz schön nach oben- und hier ist bei einem Aussichtspunkt das Ende der Neujahrswanderung erreicht.

  • Mittwoch 31.12.2025

    Fatouville-Grestein. — Honfleur 18,5 Km

    Heute wollen wir Honfleur erreichen. Christas Tochter Joy war schon mal dort und hat von dem Städtchen geschwärmt. Es ist eine herausforderne Tour: viele Raufs und Runters und dazu ein nasser Boden.

    Naturkunst am Weg…

    Ein Mann, der seine Ziege neu anpflockt, spricht mich an: Er freut sich sehr, dass ich versuche französisch mit ihm zu sprechen und über unsere Tour. Als Christa mit dem Fahrrad ankommt, erklärt er uns einen anderen Weg – wo wir lang wollen ist es viel zu nass, mit Wasser und nichts fürs Rad …….Wir bedanken und verabschieden uns fröhlich und gehen natürlich unseren Weg weiter. Das schaffen wir schon…. Der Franzose hat Recht – wir aber auch.

    Das hier mitten im Wald so ein überdachtes Wasserbassin steht, ist schon erstaunlich. Unsere Gite-Madam meint, das seien Plätze zum Wäsche waschen: es gibt immer einen klaren Zufluss, einen Ablauf, die Überdachung und Becken und Rand sind gepflastert. Davon sehen wir hier in der Gegend viele- aber mitten im Wald???

    Die Natur wirkt manchmal wie angelegt- das Gärtnerherz freut sich!

    Ob hier jemand Silvester ausnutzt?

    Zurück in der Zivilisation passieren wir einen Hof mit Cidre- Herstellung (oder machen die Calvados?) – muss ja nicht alles so aussehen, wie bei unserer Mostproduktion…

    Eine große Apfelplantage scheint zum Hof zu gehören; ich freue mich über großen Bäume und überlege, ob wir unsere geplante Obstbaumsammlung auch mit so einem engen Baumabstand anlegen🤔

    Wir überqueren die ‚Morelle‘, die hier Grenzfluss zwischen den normannischen Regionen Eure und Calvados ist. Die Brücke hat einen Reparaturstau…

    Hier feiern wir, dass wir heute die 100 Wanderkilometer ‚geknackt‘ haben!

    In einem Vorort von Honfleur ist dann Schluss für heute. Wir haben heute einen Rekord geknackt: 400 Höhenmeter auf einer Wanderung hatten wir noch nicht…..

    Mit dem Auto fahren wir noch ins Zentrum und essen in einem kleinen französisch-afrikanischen Restaurant. Man kennt sich und ist in den Vorbereitungen für die Sylvesterparty. Wir freuen, so mittendrin zu sein. Feuerwerk scheint hier zum Jahreswechsel nicht so wichtig zu sein, private Knallerei muss angemeldet werden und sonst gibt’s öffentliche Feuerwerke, manchmal schon am 30.12…. Unser Farbspektakel ist der beleuchtete Springbrunnen in Honfleur. Den Jahreswechsel verschlafen wir stressfrei…

  • Dienstag 30.12.2025

    Berville-sur-Mer. – Fatouville-Grestain 9 Km

    Heute ziehen wir aus der ‚Escapade‘ aus und bringen unser Gepäck zu Madame…..

    Unser Weg führt uns an die Seine. Blick zurück zur Tancraville-Brücke

    und voraus auf die Normandie-Brücke

    Jetzt sollen wir das Tal verlassen

    und wieder in den Wald

    Schön ist es hier! Wir bestaunen die vielen verschiedenen Laubbäume, Tannen, die ich nicht bestimmen kann und den immergrünen Unterwuchs, bis etwa einen Meter hoch, mit hübschen roten Beeren.

    Der Weg wird auch von anderen genutzt

    und nicht nur Herren bauten hier grosse Häuser und Schlösser

    Leuchttürme, gar nicht nahe an der Küste- das ist für uns neu und solche grossen Aurkarien auch ..

  • Montag 29.12.2025

    Faulbec – Berville-sur-Mer 9Km

    Von der ‚Escapade‘ führt der E9 runter ins Seine-Tal. Weiter Blick, zurück bis zur Tancraville-Brücke. Im Tal fahren Schiffe scheinbar durch die Wiesen..

    An einem schönen alten Haus steht ein Gite-Schild. Wir können nur noch eine Nacht in der ‚Escapade‘ bleiben und es scheint schwierig zu sein, eine Unterkunft zu finden: entweder sind die Zimmer im Winter wohl nicht vermietet oder über den Jahreswechsel ausgebucht… Eine alte Dame kommt aus dem Haus und wir erfahren, dass wir bei ihr übernachten können und nehmen ihre Telefonnummer mit…. In Berville-sur-Mer endet diese Etappe und ich radle ’nach Hause‘, um das Auto zu holen; Christa geht mir schon mal entgegen….. ich muss sie richtig suchen; dass sie schon soweit gelaufen ist, hätte ich nicht gedacht! Wir finden kein Quartier weiter voraus am Wanderweg und da ich Madame nicht telefonisch erreichen kann, fahre ich nochmal mit dem Auto hin. Alles ist dunkel, als ich auf den Hof gehe. Aber gleich geht ein Rollladen hoch, Madame erkennt mich und kommt im Nachthemd raus, zeigt mir dann Zimmer und Frühstücksraum – wir werden uns einig.

  • Sonntag  28.12.2026

    Sonntag 28.12.2026

    Pont Audemer. — Faulbec 14 Km

    Heute wollen wir von Pont Audemer zu unserem Gite in Faulbec laufen. Zuerst auf Dämmen durch eine Teichlandschaft,

    dann lange entlang der kanalisierten Risle.

    Wir verlassen die Risle und kommen in einen feuchten Wald. Überall liegen Mistelbeeren auf dem Weg.

    Noch ein bisschen Abenteuer

    An der Straße von Pont Audemer nach Faulbec angekommen, beschließen wir, dass Christa mit dem Rad zum Auto fährt und dann zu unserem Gite und ich den Rest allein laufe. Der Plan wird ausgeführt – nur muss Christa ein Stück schieben: Platten! Aber heute macht sie so ihre einzige Autofahrt in diesem Urlaub…

  • Sonnabend 27.12.2025

    Sainte-Opportune-la-Mare — Pont Audemer 16Km

    Heute gibt’s zum Petit Dejeunir eine Geburtstagskerze….

    Die Temperatur ist niedrig, der Himmel blau…..

    …so einen hab‘ ich noch nie gesehen….ob der im nassen Seinetal fährt oder an den steilen Hängen- wer weiß?!

    Irgendwo müssen ja die ganzen Apfelbäume für Saft, Cidre, Pommeau, Calvados und Apfelkuchen wachsen:

    Schöne Wege haben wir heute; oft sind es hier in der Normandie Hohlwege.

    Die Morgensonne leuchtet im feinen Geäst der Bäume…

    Kerrien öffnen ihre Blüten

    Ein großer Eukalyptus steht in einem Vorgarten

    und bei einem Ilex sieht man erst auf den zweiten Blick, dass der obere Teil nur aus fruchtendem Efeu besteht.

    Hier ist so viel zu sehen, z.B. alte Häuser, Anwesen, Schlösser und Burgen….und zu Füßen dieser hier, haben sich Menschen mit Kindern an eine große Aufgabe gemacht: alte, zum Teil verfallende, Gebäude renovieren und einen großen Garten neu anlegen und während dessen im Wohnwagen, Mobilheim und fertigen Räumen zu wohnen. Wir bewundern das und würden gerne in ein paar Jahren sehen, wie’s weitergegangen ist…

    Wir erreichen Pont-Audemer, überqueren die Risle,

    staunen wieder über eine dieser vielen riesigen Eiben, dick und oft wohl über 10 Meter hoch…

    Die Stadt hat auch einiges zu bieten

    und nachdem ich das Auto geholt habe, landen wir in einer oberleckeren Bäckerei/Konditorei. Dann erleben wir noch den Vorlauf für eine Klang- und Lichtinstallation.

    Eigentlich wollen wir für die Aufführung wiederkommen… Wird uns aber zuviel, schließlich sind wir im Restaurant der Tochter unserer Vermieterin zum Abendessen angemeldet. ( laut Google-Rezension liegt das „irgendwo im Nirgendwo „). Es wird ein schöner Abend- wieder mit Kerze ( muss die Mutter gepetzt haben…).

  • Freitag 26.12.2025

    Pausentag

    Heute wollen wir uns zwei Dörfer an der Seine ansehen, die unsere Wirtin empfohlen hat. Die sind wirklich schön, besonders das erste wirkt wie ein Museumsdorf. Liegt wohl auch an dieser Stille zwischen den Jahren…

  • Donnerstag 25.12.25

    Tancraville — Sainte-Opportune-la-Mare 16 Km

    Da die Brücke verboten ist, will ich die Fähre in Quillebeuf-sur-Seine nehmen. Das Auto parke ich im Ort und radle zur Fähre, mit der ich auf die Nordseite übersetzen will, um noch einmal auf der Nordseite nach Tancraville zu fahren und dann zu Fuß zur Fähre zu laufen und dann endlich die Seine nord/süd mit der Fähre überqueren. Die Fähre ist auch da, aber kein Seemann, keine Autos = kein Fährverkehr? Eine Frau geht vom Auto Richtung Hauseingang- die frage ich, was hier los ist. Sie geht mit mir zum Anleger und liest sich schlau…ist gerade Mittagspause- hätte ich auch selber drauf kommen können, ist nämlich das selbe Wort im französischen wie im deutschen: PAUSE, noch ’ne 3/4 Stunde…Während ich mir überlege, schon mal ein Stück auf dieser Seite weiterzuwandern, um nicht zu frieren, kommt die Frau zurück und fragt, ob ich mit auf einen Kaffee reinkommen will? Ja, ich will! Die Familie hat sich bei Oma und Opa zum Weihnachtsessen getroffen, in der winzigen Küche, in der ich sitze steht schon ein gebratenes Hühnchen auf dem Schrank. Tee bekomme ich, leckeres Tiramisu, das eigentlich ein Mann, etwa in meinem Alter, gerne essen wollte, jetzt mir aber freundlich anbietet. Die Madeline lehne ich dann aber genauso ab,wie am Festessen teilzunehmen….Alle super freundlich, obwohl ich in ihr Familienfest geplatzt bin. Die Frau, die mich reingeholt hat, war früher schon in Lübeck, Hamburg und Bremen, ein Freund ihres Sohnes arbeitet in Hamburg. Sie erklärt ihrer Mutter, dass ich von der polnischen Grenze bis hierher an der Küste gewandert bin….Die Mutter sagt: Merde– das verstehe ich, heißt: Scheisse! Na, die mag wohl keine Deutschen, denke ich und fühle mich nur ein bisschen unwohl, weil die anderen so nett sind….Da sagt die Tochter, dass ihre Mutter schwer beeindruckt ist, von meiner Tour…tja, so schön kann man sich irren! Mutter und Sohn lade ich zu uns ein; sie wollen kommen…….

    Der Fährbetrieb läuft wieder und nun geht’s so weiter wie geplant..

    Obwohl hier Palmen, Bananen, Lorbeer, Mimosen und all so was wachsen, können die auch Frost…

    und dann endlich die Seineüberquerung!!!

    Diese größeren Flüsse sind wichtige Landmarken für mich: ich gehe lange darauf zu und dahinter beginnt etwas Neues, liegen neue Ziele. Elbe, Weser, Ems und Schelde gehören auch in diese Gruppe. Am anderen Ufer laufe ich weiter, dem Abend entgegen.

    Am Nordufer liegt von Le Havre bis hierher viel Industrie, auch Petrochemie, die sieht und riecht man..

    Hier ist es still, der Ginster blüht und manchmal ist der Weg nicht nur gut, sondern sehr gut ausgeschildert!

    Im Wald werden Kindheitserinnerungen wach…

    und ich komme an einer Miete mit Runkelrüben vorbei; auch schon lange nicht mehr als Viehfutter gesehen- allerdings müssen die Bauern hier und heute sie nur mit einer dünnen Strohschicht abdecken- wir sind weiter im Süden und es ist wärmer geworden.

    In der Abendkühle haben es mir mal wieder die Rinder angetan: ruhig stehen sie da, weissen Atem ausstoßend…

    Irgendwann ist der Halbmond das hellste Licht außerhalb der Ortschaften- Schluss für heute!

  • Mittwoch 24.12.25

    Heilig Abend

    Heute sind wir mit dem Auto unterwegs: zuerst zur Polizei…drei nette Polizisten recherchieren für uns und nein, wir dürfen nicht zufuss über die Tancraville-Brücke! Dann fahren wir nach Rouen, der Hauptlstadt der Normandie, schauen uns den Weihnachtsmarkt und die Kathedrale an, deren Portal Monet so oft gemalt hat.

    In der Kathedrale ist erst nachts ein Gottesdienst, also suchen wir nach einer anderen Kirche. Ausser, dass uns der katholische Rnicht nicht vertraut ist und wir immernoch nicht wirklich französisch verstehen, sind da noch andere Ungewohntheiten: es gibt eine Krippe,

    sonst erkennen wir keine Weihnachtsdeko und auch nur ein Weihnachtslied….dafür wird eine Jesuskind-Figur durch die Kirche getragen…

    Anja schreibt zurück: aber zwei, drei Leute in seinem Namen versammelt…..

    Hinterher gehen wir beim Dönermann essen und ein freundlicher Franzose fotografiert uns

  • Dienstag 23.12.25

    Sandouville – Brücke Tancarville 19 Km

    Heute ist es wirklich ungemütlich: kalt und diesig- na ja, es regnet nicht…. Von der Strecke ist nicht viel zu berichten: ein besonders schönes normannisches Haus

    und ein Blick ins Seinetal

    Aber man soll ja den Tag nicht vor dem Abend loben….Das letzte Stück vor meinem Ziel, der Tancraville-Brücke, hat dann doch noch einiges zu bieten. In den Gärten stehen interessante Pflanzen und dann geht es auf einem dieser typischen Schotterpfade lange durchs Unterholz, meist Hasel, bergab.

    . Das letzte Stück führt dann auf die Brücke zu

    unterdurch

    und steil hoch zu ihrem Beginn

    Hier sollen wir rüber; so sagt es die Karte und auch unsere Wanderapp „Waymarked Trails “ – aber es steht an der Zufahrt ein eindeutiges Fußgänger-verboten-Schild…..hmm, das müssen wir noch klären!

  • Montag 22.12.2025

    Gonfreville – l‘ Orcher — Sandouville 12,5 Km

    Was für ein Frühstück! Unsere Gastgeberin ist leidenschaftliche Marmeladenköchin …..

    Bevor wir heute weiterwandern, gehen wir ein Stück Weg zurück. Gonfreville hat von ihrer Partnergemeinde in Brandenburg ein Stück Berliner Mauer bekommen…müssen wir im September, ohne es zu merken, dran vorbei gelaufen sein…

    Jetzt ist schon Mittagszeit und wir gehen ein bisschen was essen- wir sind schon etwas mutiger geworden, trauen uns, trotz unserer doch sehr mangelhaften Sprachkenntnisse.

    Hinter Gonfreville führt der E9 gleich abwärts und es hat hier erst vor kurzem geregnet. Der lehmige Boden ( super Ackerland ), der über dem steinigen Untergrund liegt, wird unangenehm rutschig…..

    Nach Raufs und Runters kommen wir dem Beginn der Pont de Normandie nahe, zwei sich gegenüberstehende, riesige Kunstwerke, von uns Schrauben genannt.,..

    Christa versucht mir den Weg unter den Brombeeren freizuhalten – schon erstaunlich, wie nahe sich hier wilde Natur, Industrie und Verkehr kommen….

    Es geht zwar weiter auf und ab, aber meist auf einfachen Wegen. Die hohen Hecken aus Johanniskraut haben noch einzelne Blühten

    Zieräpfel zieren noch

    und die Bergenien blühen schon…

    Ein kleines Tal liegt friedlich in der Abendsonne;

    Wir verirren uns ein bisschen und erreichen so erst in der Dunkelheit Sandouville.

  • E9 Frankreich Normandie 20./21.12. 2025 Sonnabend /Sonntag

    Kurz vor Weihnachten brechen wir wieder in die Normandie auf, zum Weiterwandern …. Was musste nicht alles noch erledigt werden und dann bekamen wir noch spät abends Besuch von Jonathan, Christas Sohn, den wir so lange nicht mehr gesehen hatten….. Da war kaum Schlaf, aber kurz vor 6.00 Uhr sind wir losfahren. Alle paar Stunden müssen wir unseren E-Nissan ja ‚tanken‘ und so können wir immer wieder ein Schläfchen machen…

    Christa hat die letzten Tage noch die Liegefläche optimiert; nun geht es ganz schnell, wenn das Auto an der Ladesäule angeschlossen ist, dass wir uns gemütlich hinlegen können- sehr schön! Wir erreichen am Sonnabend noch Frankreich und übernachten in einem Ibis Hotel in Cambrai. Sogar unser neues E-Bike dürfen wir sicher im Hotel unterbringen. Das Frühstück ist klasse, die Reststrecke nicht mehr lang und so erreichen wir unsere für eine Woche gebuchte Unterkunft noch bei Helligkeit und richten uns ein….

    Die Schiebetür zu bewegen ist leider jedesmal ein Kraftakt….

    Ein paar Rosen blühen noch in diesem schönen Garten

    und einiges schon, z.B. eine Kamelie

  • Montag. 27.10.2025

    Pollhagen – Stadthagen 11 Km

    Heute verlassen wir unsere schöne Klosterherberge- nicht ohne im Torbogen die Vorlage unseres Wanderzeichens zu fotografieren.

    Das Motto der Zisterzienser: die Tür steht offen, das Herz noch mehr. Das können wir für unsere Begegnungen in Loccum nur bestätigen, auch wenn’s jetzt evangelisch ist…

    In Pollhagen überqueren wir den Mittellandkanal

    und bei der Kirche lässt Christa nicht locker, bis sie den Pastor erreicht, damit er uns die Kirche aufschliesst.

    Hier gibt es den ersten Pilgerstempel unterwegs und die erste kleine Andacht…

    In einem unserer Wanderführer hatten wir von dem Lesepult in der Kirche erfahren: der ist von einem Chilenen indianischer Abstammung, der seit. Jahren die Welt bereiste, 1998 geschnitzt worden. Die 4 Evangelisten sind mit ihnen zugeordneten Tieren / Elementen dargestellt: Johannes, europäisch,mit Adler =Luft…..Matthäus,ein Maori, mit der Sonne = Feuer…..Markus, ein südamerikanischen Indianer, mit dem Löwen = Erde…..Lukas, ein nordamerikanischer Indianer, mit dem Stier = auch Erde

    Draußen ist es zwar windig, aber es regnet kaum. Es geht durch Dörfer, an Straßen entlang und durch Felder- wir haben nicht wirklich Lust zum Laufen…aber was soll’s, das Tagesziel heißt Stadthagen. Durch die schönen Wallanlagen, mit einem interessanten Baumbestand, erreichen wir den historischen Stadtkern.

    Die St. Martini Kirche ist unser Ziel ( und irgendein schönes, warmes Café oder Restaurant )- hier hoffen wir auf einen weiteren Stempel zum Abschluss unserer Tour. Die Kirche ist zu- wieder ist es Christa, die nicht locker lässt, beim Pfarrhaus die Telefonnummer des Küsters findet. Sie ruft ihn an und erreicht ihn in der Kirche beim Saubermachen. Was für ein netter Mann: er lässt uns, samt Fahrrad, rein und wir bekommen eine Privatführung durch Kirche

    UND Mausoleum des Fürsten Ernst von Holstein-Schaumburg aus dem frühen 17ten Jahrhundert.

    Fröhlich erzählt der Küstert aus vergangenen Zeiten -ein echter Eingeborener aus Stadthagen, hat Geburtstag am 27. 12., genau wie ich, ist aber 3 Jahre jünger…. Einen Stempel bekommen wir natürlich auch und so beschließen wir den Tag angefüllt mit beeindruckenden Bildern, Geschichten und einer besonderen Begegnung. Am von alten Häusern umstandenen Marktplatz könnenwir dann auch noch für unser leibliches Wohl sorgen. Unsere ersten Pilgertage, eben auch geistlich unterwegs zu sein, haben uns gut gefallen! Wir freuen uns aufs Weiterlaufen….

  • Sonntag, 26.10.2025

    1.Etappe. Loccum – Rastplatz vor Pollhagen. 12 Km

    Wir schlafen lange, denn der Wetterbericht hat nichts Gutes angekündigt: Regen mindestens bis Mittag und stürmisch den ganzen Tag…außerdem ist heute Nacht die Zeitumstellung. Nach dem späten Frühstück fahre ich das Auto nach Pollhagen und radle zurück. Um 12.00 Uhr starten wir zur ersten Etappe: nun aber schnell, wir sind um 15.00 Uhr zur Klosterführung angemeldet. Die macht heute Elfriede Tiedemann, bei der, und ihrem Mann Karl, wir übernachten dürfen, wenn wir in der Brauke arbeiten. Die Brauke ist unsere zweite Baumschule, keine 20 Km von hier, aber von Zuhause 150 Km. Im Torbogen gibt’s den ersten Pilgerstempel in den Pass!

    Zum Glück merke ich noch, dass ich den Autoschlüssel vergessen habe….Christa holt ihn…

    Noch regnet es, hört aber nach ein paar Minuten auf und bleibt bis zur Rückfahrt trocken! Wir verlassen das Klostergelände

    und erreichen den offiziellen Beginn des Pilgerwegs, einen Halbkreis auf 3 Säulen. Die andere Hälfte auf 4 Säulen steht in Volkenroda, etwa 300 Kilometer entfernt…

    Ein feuchter, wunderschöner Herbstwald empfängt uns. Wir sind glücklich!

    Die digitale Navigation mit Waymarked Trails funktioniert nicht- da müssen wir genau auf die Ausschilderung achten- funktioniert auch nicht- und schon haben wir uns verlaufen! Passt gar nicht, wenn man es eilig hat….

    Im Wald ist es einfach nur schön, auch wenn ich in der Ferne einen Baum umstürzen höre…., aber wir müssen auch auf einer Straße dem Wind trotzen. Christa hat schon gesammelte Schätze dabei, auch einen Grummelbär-Stern.

    In dieser Gegend hat Wilhelm Busch gelebt und gearbeitet:

    Wir beeilen uns, schaffen es aber nicht mehr rechtzeitig zur Führung, viel haben wir noch nicht verpasst. Elfriede macht das toll, mit vielen Geschichten und Anja, unsere Freundin und Mitarbeiterin, die Archäologin ist, kann auch noch einiges beitragen. Außerdem ist in der Gruppe ein Mann, der seine Familiengeschichte wohl bis zum zweiten Abt des Klosters (die durften damals heiraten) zurück führen kann……also 1200und – das finde ich schon krass!

    Christa geht dann noch in einen Taize-Gottesdienst – ich bin zu erschöpft und kalt und gehe lieber ins Bett… Der Gottesdienst ist mit großem, mehrstimmig singendem Chor, singend durch das Kloster ziehen und vielen Kerzen – so was Schönes hab‘ ich befürchtet zu verpassen…na ja, immerhin hat sich meine Erkältung nicht verschlimmert!

  • Pilgerweg Loccum – Volkenroda

    Sonnabend, 25.10.2025. Anfahrtstag

    Ein neuer Weg!

    Dieser Pilgerweg schließt an an den Weg von der Jakobikirche in Hamburg über Kloster Mariensee nach Loccum.

    Vor über 10 Jahren, bei einem Besuch im Kloster Volkenroda, hat Christa ein Buch über diesen evangelischen Pilgerweg gekauft und mir geschenkt. Seitdem wollen wir ihn laufen……..Jetzt soll’s losgehen!

    Die Pflanzzeit hat begonnen und so können wir erst nach Ende der Öffnungszeit aufbrechen. Es ist zwar goldener Herbst, aber heute ist es auf 9 Grad abgekühlt, recht windig und regnerisch….

    In Loccum können wir zwei Nächte in der Pilgerherberge des Klosters bleiben. Die Buchung per Telefon und Internet war sehr unkompliziert und freundlich.

    Wir erkunden die Herbergsräume und gehen dann zur Hora, der Abendandacht, in die große Klosterkirche. Es nimmt nur eine Handvoll Gläubige an der Hora teil, aber die sind uns wunderbar zugewandt, segnen uns in einer kleinen Zeremonie für unsere Pilgerreise. Zwei Männer begleiten uns beim Rausgehen. Der eine, er hat den Segen über uns gesprochen, ist schon alt, geht am Rollator- aber er ist hellwach und erzählt begeistert, dass er diesen Pilgerweg zweimal gegangen ist, einmal von Loccum nach Volkenroda und danach in der anderen Richtung. Auch die Nordvariante des Jakobswegs in Spanien ist er gelaufen- also dort, wo wir auf dem E9 hin wollen und im Winterurlaub schon ein paar Stücke gegangen sind, sozusagen in seinen Spuren…..Der Jüngere, vielleicht in unserem Alter, erzählt von einem neuen Weg quer durch Europa, einem Zisterzienserweg. Den hat sein Bruder mit entwickelt und er läuft hier durch das Kloster. Morgen wollen wir uns genauer informieren. Mit einem Segensgruss verabschieden sich die beiden. Was für ein schöner, stimmiger Auftakt! So hatte ich mir das erhofft! Wir kaufen noch Kräuterbonbons (ich bin leider etwas angeschlagen) schließen den Nissan an einer Ladesäule an und gehen leckerst essen. Was für ein schöner Tag!

  • Willkommen

    In diesem Blog entsteht eine Liste der Fernwanderwege, auf denen ich in den letzten 30 Jahren unterwegs war. Berichte gibt’s erst seit diesem Jahr und den letzten seht ihr hier. Wenn ihr in die Alben der einzelnen Wege schaut, verpasst ihr keine Wanderung, auch wenn ihr länger nicht auf der Seite wart.

    Als nächstes ist der Beginn des Pilgerwegs Loccum-Volkenroda geplant, ein etwa 290 Kilometer langer Weg durch Niedersachsen und Thüringen, der zwischen zwei historischen Klöstern verläuft. Danach hoffe ich, über den Jahreswechsel in Frankreich auf dem E9 weiterzugehen.

    Liebe Grüße,
    Detlef

  • Nachtrag

    Wir sind wieder zuhause….mit Zwischenstop in Oostburg. Ein paar Nachträge schicke ich noch, mit denen ich nicht die Tagesberichte vollstopfen wollte. Es geht um typisch normanisches:

    1. alte Architektur

    2. Pflanzen, die sich in Mauerritzen festkrallen

    3. Rindviecher

    4. Normannenbrause

  • Freitag. 26.09.25

    Montivilliers. — Gonfreville. 8 Km

    Letzter Wandertag dieses Urlaubs. Zuerst fahren wir nach Süden, mit der Fähre über die Seine und gucken nach einer Unterkunft für den nächsten Urlaub. Die ist wirklich schön, uraltes Haus mit tollem Garten. Die Besitzer sind zu Hause, sehr freundlich und wir dürfen auch über Weihnachten kommen, wenn wir wollen!

    Richtig was zum drauf freuen…..!!!

    Zurück in Montivilliers starten wir mit dem wiederholten und wieder vergeblichen Versuch eine Wanderkarte zu kaufen. Riesiger Buchladen in einem noch riesigen Einkaufskomplex- Kartenauswahl mau. Aber die Karte, die wir als übernächste brauchen, die bekommen wir….. Hier ist alles sehr städtisch, groß und viel Beton, aber auf dem Weg zum Krankenhaus, bei dem Christa mich Vorgestern auf dem Parkplatz abgeholt hat, begegnen uns zufrieden wirkende Gänse

    und eine von den ganz großen Ratten.

    Dann sind wir wieder auf der Tour und die führt durch erstaunlich viel Grün und interessante Wege.

    Ein hoher, sehr schlank und knorriger Mammutbaum erfreut das Gärtnerherz.

    Nach wiedermal vielen Höhenmetern haben wir plötzlich einen ersten Wanderblick auf die Seine – das ist doch mal was!!!

    Noch weiter oben kommen wir auf einen richtigen Panorama-Weg mit Blick über Le Havre bis auf’s Meer.

    Und dann noch der Blick auf die eindrucksvolle Pont de Normandie-

    über die führen zwar auch die Fahrradstrecken, aber die Wanderwege gehen noch weiter im Osten über die Pont de Tancraville. Das sind noch etwa 20Km. Schaffen wir in diesem Urlaub nicht mehr, in Gonfreville ist Schluss,

    nach 182 Km.

  • Donnerstag. 25.09.25

    Pausentag

    Etretat, die Dritte…..

    Noch einmal mit vollem Handyakku auf der Südseite die Treppen hoch, bis wir alle Bögen gesehen haben. Währenddessen lädt der Nissan und so haben wir in der Stadt einen kostenlosen Parkplatz.

  • Mittwoch. 24.09.25

    Gonneville-la-Mallet. — Montivilliers. 19 Km

    Da ich heute Nacht den Blog ‚auf Stand‘ gebracht habe, komme ich erst um 14.00 Uhr auf die Piste. Spektakulär ist der Weg nicht, aber auch nicht nur über öde Felder, wie ich befürchtet hatte. Irgendwann folge ich zwar der rot/weißen Ausschilderung, mache ein Foto vom Weg, weil hier so gut wie nie jemand geht-

    und denke, dass es wohl doch nicht stimmt, dass die Franzosen viel auf dem GR21 unterwegs sind, jedenfalls nicht abseits der tollen Küste. Dann stelle ich fest, dass ich zwar einer Ausschilderung folge, dieser Weg aber weder auf der Wanderkarte, noch auf der Waymarked trails App eingetragen ist….Ich suche mir einen eigenen Weg zum E9, nur mit der Wanderkarte. Richtig old school, macht Spaß!

    Zum E9/GR21 zurückgekehrt kann man sagen: dieser Weg wird begangen, es gibt immer mindestens einen ausgetreten Pfad.

    Hier noch ein paar Eindrücke von heute:

    Bambus ist stärker…

    Immer wieder freue ich mich, wenn der E9 auftaucht….

    Die Rinder, also die, die nur wegen der Fleischproduktion gehalten werden, haben es hier ziemlich gut. Sie stehen auf großen Weiden mit viel Platz-und werden jeden Tag vom normanischen Regen saubergeduscht….. Aber auch die Milchkühe sehe ich jetzt manchmal auf hofnahen Weiden, von denen sie zum melken auf den Hof gehen können.

    Diese Plastikplanen sind hier weit verbreitet, privat wie kommunal, manchmal mit Löchern für eine mehr oder weniger dichte Bepflanzung, manchmal ohne alles. Unsere Sympathie bekommt das nicht.

    Der Herbst hat Einzug gehalten. Überall liegen auf dem Weg Esskastanien, Eicheln, Bucheckern und Kastanien- bestes Futter für viele Tiere. Und auch ich sammele große Esskastanien. Die sollen in Norddeutschland Klimafeste Bäume werden.

    Sitzbänke aus aufgesägten Stämmen

    Das begegnet mir auch immer wieder:Wege, die vor Jahren, eher einigen Jahrzehnten mal mit Beton oder Teer befestigt wurden und die jetzt in Auflösung begriffen sind. Oft sind das bei Regen Bäche und es sind immer Hangstrecken. Man muss aufpassen beim Gehen und wenn Google einen auf solche Strecke als Radweg schickt…Prost Mahlzeit!

    Ohne Worte:

  • Dienstag. 23.09.25

    Heute fahren wir zusammen nach Etretat.

    Monet war, na klar, auch hier, war ja auch nicht weit bis Giverny

    Heute nehmen wir die Treppe…

    und besuchen den Garten!

    Gärtner sind aktiv…

    Wir haben Urlaub

    Andere, scheinbar fast alles Osteuropäerinnen und Asiatinnen posen an markanten Stellen hier im Garten. Es sind richtig viele, eine Gruppe nach der anderen kommt….aber nicht nur hier, auch auf den Klippen und am Strand- und in Brügge haben wir das ja auch schon beobachtet.

    Beim Rausgehen fragen wir die Eintrittskartenverkäuferin, die zwar sichtlich genervt ist, aber keine Erklärung hat. Wir kriegen das raus!

    Auch auf der anderen Talseite steigen wir die Treppen hoch auf die Klippen, aber Christa’s Handyakku ist leer- so gibt’s keine Fotos….

  • Montag. 22.09.25

    Tilleul. — Gonneville-la-Mallet. 8 Km

    Christa und ich wollen heute durch ein langes Tal sozusagen hinter unserer Ferienwohnung (etwa 1Km Luftlinie) weiterwandern. Ich setzte Christa in Tilleul ab und bringe das Auto nach Gonneville. Zurück, mit dem Rad, machen wir eine kleine Kuchenpause und Christa erzählt mir von ihrer Begegnung mit einem überhauptnicht ängstlichen Kaninchen aufdemFriedhof…

    Ohne Regen wandern wir los. Was für ein üppiges Tal, Grün ist gut für die Augen, hat Christa’s Oma gesagt!

    Das Wetter hat doch den Wetterbericht nicht gelesen…

    Die Laune lassen wir uns nicht verderben, ist hier wohl der Regenwald…

    Hört auch wieder auf zu regnen, der Weg bleibt schön!

    Und ein echt normannischer Wanderabschluss!

  • Sonntag. 21.09.25

    Grainval. — Le Tilleul. 20,5 Km

    Ich bin heute allein unterwegs. Das Auto lasse ich in Yport und fahre mit dem Rad dem Rad nach Grainval.

    Es geht wieder rauf…dann eben und runter nach Yport im Sonnenschein. Manchmal wirkt die Normandie doch sehr südlich, auch hier, mit der Palme und dem großen, eingewachsenem Olivenbaum.

    Vom Hafen aus kann man zurück immer noch die Salut- Kirche über Fecamp sehen.

    rauf

    runter nach Vaucottes, rauf (solche Bänke hatte Christa sich bei den Aufstiegen gewünscht)

    und zu einem unbewohnten Tal, wieder unheimlich schön!

    Von hier oben kann ich den ‚Elefanten ‚ von Etretat schon richtig erkennen.

    Beim Abstieg darf ich mit dem Fernglas eines französischen Paares im Meer eine große, tja, Robbe beobachten, die wie im Spiel weit aus dem Wasser auftaucht. Selbst mit meinem Superzoom wird das nur ein unscharfes Foto…Bleibt also ein ‚Herzbild‘.

    Der Anstieg auf der anderen Seite ist mir mit dem Rad zu steil und so nehme ich den Weg Tal aufwärts.

    Der E9 bleibt jetzt bis Etretat oben auf den Klippen und dann kommen die Touristen, nein, die tollen Felsen….

    Noch einmal ein Blick zurück..

    und weiter die sensationellen Klippen!

    Vor ein paar Tagen hatte uns eine Frau ja von den jährlichen Todesfällen durch Abstürze, besonders bei Etretat, erzählt; daran muss ich denken, wenn ich die jungen Leute direkt an der Klippenkante sehe, einer voll cool rückwärts am Abgrund…oh oh

    Oben steht eine Kapelle, die lustige Wasserspeier

    in Form von Robben hat.

    Den Abstieg über die Treppen erspare ich mir und dem Rad und so komme ich an den berühmten Gärten von Etretat vorbei. Die wollen Christa und ich noch zusammen anschauen – und auch die Felsen muss sie selber sehen!

    An der Strandpromenade, einmal zurück

    und zur anderen Seite

    Softeis-gestärkt verlasse ich das Gewusel. Die Treppen sind rauf noch viel schlimmer als runter, also auf Umwegen ‚hintenrum‘ wieder auf den Wanderweg.

    Von hier sehe ich das letzte ‚Tor ‚ und untendurch etwas von den anderen Felsen- aber was genau?

    Wenn ich auf diesen Felsen gehe, kann ich vielleicht mehr sehen!?

    Nein, nicht wirklich….aber spannend ist es doch! Blick durch das schwarze Loch ganz oben im Fels…

    Nun ist es Zeit erst einmal Abschied von den Klippen zu nehmen, der E9/GR21 wendet sich für länger ins Inland.

    Bis Le Tilleul gehe ich, keine 2 Km sind es von hier bis zu unserer Domaine Le Manege – nützt nichts, das Auto möchte heute noch abgeholt werden…. Google schickt mich auf eine Radstrecke, die bergauf im Gras, auch mit e-Unterstützung,nicht mehr befahrbar ist und in eine Bruch-und Schotterstrecke übergeht, auf der ich kaum noch schieben kann…Zum Glück gießt es nicht, dann wird das hier zum rauschenden Bach….

    Wegstrecke geschafft, selbst geschafft, bin ich auch von der restlichen Wegführung nicht überzeugt…komme aber irgendwann an und nach Hause.

  • Sonnabend. 20.09.25

    Senneville-sur-Fecamp. — Grainval. 7,5 Km

    Morgens verlassen wir bei gruscheligem Wetter den Campingplatz und fahren in eine Ortschaft, in der wir bei Google eine einladende Unterkunft entdeckt haben. Wir wollen für die nächsten Tage wieder in einer gemütlichen Wohnung sein…..tja, wir werden älter…..Wir rufen bei unserer Wunschwohnung und einigen anderen an- alle belegt… Frustriert beschließen wir, eine Strecke ins Navi einzugeben und unterwegs bei ausgeschilderten ‚Gites‘ zu gucken….Bald taucht in Ste.-Marie-au-Bosc ein Hinweis auf, dem wir durch einen abenteuerlichen Hohlweg folgen. Und dann: ein Traumhaus, super Vermieter und: frei! Wir mieten für unsere letzten 7 Tage.

    Zum Frühstück fahren wir zu unserem Parkplatz. Mit dem Fernglas können wir die Felsen von Etretat sehen. Christa hatte mich vorher an meinem Endpunkt rausgelassen, so habe ich schon ein wenig Frühsport vorm Essen…

    Zusammen schauen wir uns die Kirche von außen an- sie wird, wohl schon länger, renoviert.

    Runter an den Hafen gehe ich allein; da treffen wir uns wieder und erledigen einiges in der Stadt: Tanken, Geld für die Unterkunft abheben und neue Landkarte kaufen. Dabei geraten wir noch in einen CSD- Umzug…

    Aus Fecamp laufe ich hoch nach Grainval, um von dort mit Christa zu unserem Trumdomizil zu fahren.

  • Freitag. 19.09.25

    Le Petit Dalles. — Senneville-sur-Fecamp. 13,5 Km

    Morgens trinken wir Kaffee und Tee neben dem Parkplatz am Strand von den kleinen Dalles. Dann geht’s los…rauf

    Geschafft!!!

    Aber die großen Dalles sind schon in Sicht…

    Also runter ans Meer. Hier treffen wir zu unserer großen Freude auf die Hinweistafel auf Berthe Morisot, die hier gemalt hat. Das ist schön, da fühlen wir uns ihr fast ein bisschen nah…..

    Auf den Klippen müsste das Bild entstanden sein.

    Raus aus Le Grandes Dalles…rauf!

    von da kommen wir und da müssen wir noch hoch…

    Das ist an diesem wunderschönen, warmen Sommertag wirklich anstrengend und manchmal auch eine

    und jetzt gehen wir gleich wieder runter nach St.-Pierre-en-Port.

    Es folgt das nächste mühsame Rauf, aber das Schöne heute ist, dass wir das Fahrrad beim Auto gelassen haben und abends ein Taxi bestellen wollen, das uns zurück bringt. Während des Aufstiegs kommt uns ein anderes Paar langsam näher. Wir kommen gleichzeitig oben an- es sind Deutsche aus Bonn, etwa in unserem Alter. Wir unterhalten uns über woher und wohin; dabei laufen wir flott in den nächsten Ort, mit dem für uns seltsam klingenden Namen ‚Eletot’…. Hier steht das Auto unserer neuen Bekannten, die uns anbieten uns nach Le Petit Dalles zurück zu fahren….!!! Himmlische Organisation solche Engel! Auf der Fahrt zeigen sie uns noch das Schloss, in dem einst Kaiserin Sissi einige Monate verbracht hat, samt der Geschichte, dass diese sich bei der Bevölkerung nicht beliebt gemacht hat, dsie beim Ausreiten keine Rücksicht auf deren Felder genommen hat….

    In Le Petit Dalles verabschieden wir uns, sehen Menschen bei dem herrlichen Wetter baden…..Wenn nicht heute, wann dann?

    Das ist wunderbar, im Ärmelkanal zu schwimmen und vom Wasser aus auf die hohen Klippen zu schauen. Aber irgendwann ist Schluss.

    Strandleben

    Mit dem Auto in Eletot angekommen picknicken wir am Ortsrand auf einem kleinen Rastplatz, dann wandere ich in der Abendsonne weiter durch ein wunderschönes, fast unbewohntes Tal.

    Es wird spät, ich schaff’s nicht bis zu dem vereinbarten Treffpunkt, einem Parkplatz hoch über Fecamp,

    nahe der Kirche Notre Dame du Salut, die weithin sichtbar über Stadt, Hafen und Meer thront.

    Also ist am Ortsrand von Senneville-sur-Fecamp Schluss- die Reststrecke radle ich und wir beide kehren zurück auf unseren Campingplatz.

  • Donnerstag 18.09.25

    Umzug von Sotteville-sur-Mer nach Yport auf einen Campingplatz

    Wir verlassen unsere Unterkunft gegen 11.00 Uhr. So sah dieses Haus vor geschätzt 150 Jahren aus. Was die Bewohner damals wohl gemacht, gedacht und geträumt haben? Was aus ihnen geworden ist?

    In Luneray tanken wir und gehen währenddessen in den Ort, trinken Kaffee und heiße Schokolade, bekommen ein Tischset mit einer Normandie-Karte geschenkt,

    kaufen und essen Kuchen …

    Auf einem Campingplatz in Yport buchen wir für 2 Tage. Abends gehen wir durch den Ort ans Meer.

    Irgendwie vergeht der Tag